Wer im Norden Münchens einen Badetag mit etwas Natur drum herum plant, findet am Hollerner See ein vielseitiges Ziel bei Eching. Das ehemalige Kiesabbaugebiet bietet Badestrände, Liegewiesen, Spazierwege und naturnahe Uferbereiche. Ich zeige dir, was Familien erwartet, wie die Anfahrt funktioniert, welche Regeln gelten und wann sich der Besuch besonders lohnt.
Die wichtigsten Fakten für deinen Ausflug
- Lage: Das Erholungsgebiet liegt zwischen Eching und Kreuzhof an der B 13 im Landkreis Freising.
- Größe: Die Wasserfläche umfasst je nach Angabe rund 40 Hektar.
- Ausstattung: Es gibt Liegewiesen, Sand- und Kiesstrände, Badebuchten, einen Kiosk, eine Wasserwacht und etwa 600 Parkplätze.
- Familien: Der See eignet sich für Baden, Picknick, Spaziergänge und einen aktiven Tag am Wasser.
- Wichtig: Hunde sind während der Badesaison nur auf einem ausgewiesenen Weg erlaubt, Zelten und Übernachten ist nicht gestattet.

Was dich an dem Badesee bei Eching erwartet
Das Gewässer liegt im Gemeindebereich von Eching im Landkreis Freising, nördlich von München. Es entstand durch großflächigen Kiesabbau und wird heute als grundwassergespeister Baggersee genutzt. Aus der ehemaligen Abbaufläche wurde schrittweise ein überörtliches Erholungsgebiet mit öffentlichen Badebereichen.
Die Anlage verbindet zwei ziemlich unterschiedliche Seiten. Am Ostufer findest du gepflegte Liegewiesen, Badebuchten, Sand- und Kiesflächen sowie eine befestigte Uferpromenade. Andere Abschnitte wirken deutlich ursprünglicher und zeigen Steilufer, Gehölze und artenreiche Wiesen. Gerade diese Mischung macht den See abwechslungsreicher als viele reine Freibad-Alternativen.
Die öffentliche Badenutzung wurde nach dem Ausbau des Geländes freigegeben. Der zweite große Bauabschnitt wurde 2023 offiziell eingeweiht. Für mich ist das ein gutes Beispiel dafür, wie sich ein Kiesabbaugebiet sinnvoll in einen Freizeit- und Naturraum verwandeln lässt, ohne jeden Meter zu einer lauten Eventfläche zu machen.
Baden mit Kindern und Freunden
Der ausgewiesene Badebereich liegt am östlichen Ufer. Dort gibt es Liegewiesen, Badebuchten und unterschiedliche Uferbeläge, sodass sich sowohl ein klassischer Strandtag als auch ein kurzes Bad mit anschließendem Spaziergang planen lässt. Ein Kiosk beziehungsweise eine Gastronomiehütte sorgt zumindest in der warmen Jahreszeit für eine zusätzliche Versorgungsmöglichkeit.
Familien sollten trotzdem bedenken, dass es sich um ein natürliches Gewässer und nicht um ein Schwimmbad handelt. Wassertiefe, Untergrund und Sicht können sich verändern. Kleine Kinder gehören deshalb auch in flacheren Uferbereichen immer in unmittelbare Nähe einer erwachsenen Begleitperson.
Für aktive Besucher gibt es unter anderem ein Beachvolleyballfeld, ein Boulefeld und eine Sommerstockbahn. Wer nur auf der Decke liegen möchte, findet ausreichend Platz, sollte an heißen Wochenenden aber möglichst früh anreisen. In den Ferien und bei stabilem Sommerwetter kann das Gelände deutlich voller werden.
Die Wasserwachtstation ist ein wichtiger Bestandteil der Anlage, ersetzt aber keine persönliche Vorsicht. Bei Gewitter verlasse ich einen See grundsätzlich sofort. Auch Sprünge von unbekannten Stellen sind keine gute Idee, weil ein Baggersee ungleichmäßige Tiefen und schwer erkennbare Hindernisse haben kann.
Natur erleben statt nur am Strand zu bleiben
Wer den Badebereich nach wenigen Minuten wieder verlässt, verpasst einen großen Teil des Reizes. Rund um das Gelände führen Wege durch unterschiedlich gepflegte Wiesen und naturnahe Randbereiche. Besonders schön finde ich die Kombination aus offenen Magerrasenflächen, Gehölzen und ruhigen Uferzonen.
Im westlichen Bereich wirkt die Landschaft deutlich stiller als an den Badebuchten. Steilufer und ein Kiefern-Eichen-Bestand schaffen Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen. Einige Uferabschnitte sind bewusst nicht zugänglich, damit die Vegetation stabil bleibt und brütende oder rastende Tiere nicht unnötig gestört werden.
Ein interessantes Ziel ist das sogenannte Westkap. Die Aussichtsplattform wurde aus einem alten Förderband des Kieswerks entwickelt und eröffnet einen guten Blick über das Wasser. Zusätzlich gibt es angelegte Kleingewässer, die Amphibien und anderen Tieren als Laichplatz dienen. Für Kinder kann das spannender sein als ein weiterer Spielplatz, wenn man gemeinsam aufmerksam beobachtet.
Ich würde für den Aufenthalt daher nicht nur Badebekleidung und Handtücher einpacken, sondern auch feste Schuhe, Trinkwasser und gegebenenfalls ein Fernglas. Die Wege sind familienfreundlich, aber das Gelände ist kein vollständig schattiger Park. Sonnenschutz bleibt besonders am Nachmittag wichtig.
Anfahrt, Parken und die beste Tagesplanung
Mit dem Auto erreichst du das Gebiet über die B 13 zwischen Eching und Kreuzhof. Vor Ort steht ein großer Parkplatz mit ungefähr 600 Stellplätzen zur Verfügung. An heißen Wochenenden ist die Kapazität trotzdem nicht automatisch eine Garantie für einen freien Platz, weil viele Besucher gleichzeitig anreisen.
Für das Parken können saisonale Gebühren gelten. Die Benutzungsbedingungen und die aktuelle Beschilderung vor Ort sind deshalb entscheidend, denn ältere Angaben zu Preisen oder Zahlungszeiten müssen nicht dauerhaft gültig sein. Falschparken auf Zufahrten, Feldwegen oder in angrenzenden Wohnbereichen sorgt nicht nur für Ärger, sondern kann Rettungswege blockieren.
Wer in der Nähe wohnt, fährt am besten mit dem Fahrrad. Am Gelände gibt es Fahrradabstellmöglichkeiten, und die Umgebung lässt sich gut mit einem kurzen Ausflug durch die Landschaft verbinden. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln sollte dagegen vorher genau geprüft werden, da der See nicht direkt an einem Bahnhof liegt und je nach Ausgangspunkt ein zusätzlicher Fußweg nötig ist.
Für einen entspannten Familientag plane ich mindestens vier bis sechs Stunden ein. Vormittags ist die Parkplatzsuche meist angenehmer, am frühen Abend wird es am Ufer oft ruhiger. Wer nur spazieren möchte, ist außerhalb der sommerlichen Stoßzeiten deutlich entspannter unterwegs.
Regeln, Rücksicht und wichtige Einschränkungen
Das Gelände hat eine eigene Benutzungssatzung. Sie untersagt unter anderem Zelten, Übernachten und das Aufstellen von Wohnwagen. Auch offenes Feuer ist nicht überall erlaubt, sondern nur an ausdrücklich dafür vorgesehenen Stellen. Müll sollte selbstverständlich wieder mitgenommen oder in den bereitgestellten Behältern entsorgt werden.
Während der Badesaison vom 15. Mai bis 15. September dürfen Tiere grundsätzlich nicht in das Erholungsgebiet mitgebracht werden. Eine Ausnahme gilt für Hunde auf einem ausgewiesenen Weg, dort besteht Leinenpflicht. Wer mit Hund unterwegs ist, sollte sich vor dem Besuch an der aktuellen Beschilderung orientieren und nicht davon ausgehen, dass alle Uferbereiche zugänglich sind.
Auch Radfahren ist nicht überall jederzeit erlaubt. In der Badesaison gelten strengere Vorgaben, während außerhalb dieses Zeitraums bestimmte befestigte Wege genutzt werden können. Für Spaziergänger, Familien mit Kinderwagen und Radfahrer gilt deshalb dasselbe Prinzip: langsam fahren, Rücksicht nehmen und Sperrungen beachten.
Die Wasserqualität eines natürlichen Sees kann sich durch Wetter, Starkregen und andere Einflüsse verändern. Vor dem Baden achte ich deshalb auf aktuelle Hinweise, Warnschilder und mögliche Badeverbote. Trübes Wasser, Gewitter oder ungewöhnliche Verschmutzungen sind klare Gründe, nicht ins Wasser zu gehen.
So wird der Besuch wirklich entspannt
Der See ist besonders dann eine gute Wahl, wenn du Baden, Bewegung und Natur miteinander verbinden möchtest. Für einen reinen Sandstrand mit durchgehendem Badebetrieb gibt es planbarere Alternativen. Wer aber ein großzügiges Gelände, verschiedene Uferbereiche und etwas Abstand vom Stadttrubel sucht, bekommt hier deutlich mehr als nur eine Liegewiese.
Mein praktischer Tipp ist, früh anzureisen, Wasser und Sonnenschutz selbst mitzunehmen und neben dem Badebereich auch das Westkap sowie die naturnahen Wege einzuplanen. So wird aus einem kurzen Sprung ins Wasser ein abwechslungsreicher Ausflug für die ganze Familie.
